"bremen online services GmbH & Co. KG (bos) realisiert seit 1999 Internet-Anwendungen rund um die elektronische Signatur und hat für Bremer Bürger und Unternehmen im Rahmen des Projekts MEDIA@Komm bereits über einhundert Geschäftsvorfälle umgesetzt. Viele davon stammen aus dem Bereich E-Government, richten sich also an die öffentliche Verwaltung. Die Themen E-Government und E-Payment sind dabei eng miteinander verknüpft, denn viele Dienstleistungen sind gebührenpflichtig und so liegt es nahe, den Bürgern und Unternehmen den Weg zum Amt nicht nur für die Beantragung, sondern auch für eine eventuelle Gebührenzahlung abzunehmen.
Die GeldKarte
Auf der Suche nach einer in diesem Kontext geeigneten Zahlungsart fiel die Wahl schnell auf die GeldKarte der deutschen Kreditwirtschaft. Angesichts knapper Haushaltsmittel und starrer kommunaler Gebührenordnungen waren die im Vergleich mit der Kreditkarte geringen Händlerentgelte ein wichtiges Pro-Argument. Auch die unübertroffene Zahlungssicherheit für alle an einer Online-Transaktion beteiligten Parteien spricht für die GeldKarte.
Vorbild Bremen
Die neue Zahlungsart wurde von bos in das Payment-Modul der E-Government-Software Governikus integriert, so dass die bereits vorhandenen Online-Anwendungen unkompliziert um die Zahlfunktion erweitert werden konnten. Highlight der Bremer Entwicklung ist die Integration von Online-Beantragung und Online-Zahlung in das städtische Kassenverfahren. Sowohl die entstehenden Forderungen, als auch die GeldKarte-Umsätze werden dort automatisiert und medienbruchfrei verbucht.
Nach umfangreichen Testläufen durch die Landeshauptkasse Bremen, die für das städtische Kassenverfahren zuständig ist, wurde die Zahlungsart GeldKarte im März 2003 vom Rechnungshof offiziell abgenommen. Als erster gebührenpflichtiger Geschäftsvorfall mit GeldKarte-Zahlung startete die Bestellung von Personenstandsurkunden beim Standesamt. Weitere Geschäftsvorfälle, z.B. aus den Bereichen Melde- und Katasterinformationen werden in Kürze folgen.
Warum Bremen?
Bremen bietet GeldKarte-Anwendungen ideale Rahmenbedingungen, denn über das MEDIA@Komm-Projekt des Bundeswirtschaftsministeriums wurden in der Hansestadt bis heute mehr als 3.000 subventionierte Klasse-3-Lesegeräte ausgegeben, die Voraussetzung für die Online-Zahlung per GeldKarte sind. Auch außerhalb des Internet gibt es mit dem elektronischen Fahrschein bei der Bremer Straßenbahn AG, dem elektronischen Parkschein der BREPARK und der EntdeckerCARD der Bremer Touristik-Zentrale attraktive Anwendungen mit der GeldKarte.
Um die Akzeptanz der GeldKarte als Internet-Zahlungsmittel weiter zu verbessern, ist aus unserer Sicht die möglichst schnelle Bereitstellung der Online-Ladefunktion von großer Bedeutung. Zu begrüßen wäre außerdem ein engeres Zusammenwirken von Kreditwirtschaft und Herstellern von Klasse-3-Lesegeräten mit dem Ziel, gemeinsam attraktive Preismodelle für die Endkunden zu entwickeln.
Die GeldKarte der deutschen Kreditwirtschaft hat das Potenzial zu einem hochattraktiven Internet-Zahlungsmittel. Es bleibt zu hoffen, dass alle Beteiligten die positiven Entwicklungsansätze nach Kräften fördern. An uns soll es nicht liegen ..."
Der Autor
Dr. Stephan Klein ist Geschäftsführer der bremen online services GmbH & Co. KG und für die Umsetzung des MEDIA@Komm-Konzeptes der Freien Hansestadt Bremen mitverantwortlich.
www.bos-bremen.de


