"Mit dem Ziel, die Kundenzufriedenheit zu steigern und die Kosten für die Bargeldver- und -entsorgung zu senken, begann die VGF schon 1996 mit dem Einsatz bargeldloser Zahlungsmittel. Die Entscheidung, mit der Akzeptanz der GeldKarte zu beginnen, traf die Verkehrsgesellschaft im Herbst 1998. Bereits im Dezember 1998 konnten die Fahrgäste in der überwiegenden Zahl der Busse mit GeldKarte bezahlen und bis April 1999 war die Ausstattung der stationären Automaten komplettiert, so dass an jeder Station mindestens ein Fahrkartenverkaufsautomat die GeldKarte akzeptierte.
Zur Abrundung des Angebotes wird die GeldKarte seit April 1999 auch an den betriebseigenen Zeitkartenverkaufsstellen akzeptiert. Dort werden seit der Einführung eines computergestützten Verkaufs- und Informationssystems (im Juni 2002) Einzelfahrkarten neben den vergleichsweise hochpreisigen Zeitfahrkarten angeboten. Somit bietet allein die VGF über 500 Akzeptanzstellen in Frankfurt am Main an.
Die Umsatzergebnisse des bargeldlosen Zahlungsverkehrs im Bereich der Fahrkartenautomaten können als positiv bewertet werden. Waren es im Jahre 2000 – wenn auch bei steigender Tendenz – monatlich erst 1,5 bis 2 Prozent der Umsätze, die mit der GeldKarte getätigt wurden, so stieg der Anteil inzwischen – insbesondere im Nachgang zu zwei GeldKarten-Werbekampagnen – auf über 3 Prozent.
Dieses Ergebnis zeigt auch, dass eine Steigerung der Umsätze und der Akzeptanz nur durch verstärkte und kontinuierliche Marketingmaßnahmen bzw. Informationsarbeit erreicht werden kann. Dem Kunden müssen die Möglichkeiten der GeldKarte mit ihren Vorteilen erklärt und ein Anreiz für den Einsatz geschaffen werden.
Die VGF initiierte die beiden Werbekampagnen in 2000 und 2001 zusammen mit der Parkhausbetriebsgesellschaft, der Stadt Frankfurt und der Frankfurter Sparkasse 1822. Unter dem Motto 'Mit der GeldKarte fahren Sie einfach besser' sollte die Nutzung der GeldKarte selbstverständlicher gemacht werden.
Die vier Partner warben vor allem dort für die GeldKarte, wo sich ihr Einsatz ganz besonders empfiehlt: In und an Bussen, Bahnen, an Haltestellen und an Fahrkartenautomaten, in Parkhäusern und an Parkscheinautomaten, in städtischen Einrichtungen und in den Filialen der Frankfurter Sparkasse. Aber auch auf Großflächenplakaten, Fahrkartenrückseiten und Info-Prospekten wurde mit teilweise humorigen Vergleichen ('…vor der Fahrt…Zeit gespart…') auf die Vorteile der GeldKarte hingewiesen. Beide Kampagnen waren verbunden mit einem attraktiven Gewinnspiel.
Der Erfolg gibt den beteiligten Partner recht: Die Umsätze der GeldKarte sind seitdem signifikant angestiegen und es ist auch weiterhin ein Trend für eine aktivere Nutzung zu verzeichnen, wobei im Zeitabstand zur letzten Kampagne ein leichter Rückgang zu verzeichnen ist, so dass die VGF die neuerliche Kampagne 2004 sehr begrüßt. Hierfür stellt die VGF wiederum eine große Zahl von Werbeflächen zur Verfügung. Eine Besonderheit dabei wird der 'GeldKarte-Bus' sein, der ab November 2004 'vom Scheitel bis zur Sohle' im Kampagnen-Look für die Nutzung der Geldkarte werben wird.
Die Entwicklung scheint allerdings auch zu zeigen, dass eine fast ausschließliche Nutzungsmöglichkeit der GeldKarte bei einigen wenigen großen Unternehmen nicht als alleiniger Anreiz dienen kann. So ist es positiv zu sehen, dass man neben Bussen und Bahnen inzwischen in Frankfurt in den Parkhäusern und an den Parkscheinautomaten der Parkhaus-Betriebsgesellschaft und an vielen Warenautomaten die GeldKarte nutzen kann, ebenso wie an allen Briefmarkenautomaten sowie den TeleStationen der Deutschen Telekom.
Wichtig ist aber für die erfolgreiche Umsetzung jeder neuen Technologie auch, dass in einem Unternehmen alle Mitarbeiter ausreichend informiert sind, von den Vorteilen überzeugt werden können, hinter den Neuerungen stehen und somit auch ein persönliches Interesse am Erreichen der gewünschten Ziele besteht.
Die Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main sieht sich mit ihrem Engagement zur Einführung bargeldloser Zahlungsmöglichkeiten auf dem richtigen Weg. Es ist absehbar, dass sich die frühzeitige Einführung bargeldloser Zahlungssysteme für die VGF auf jeden Fall unter kundendienstlichen, aber auch wirtschaftlichen Aspekten auszahlen wird."
Zu den Autoren
Ingrid Müller, Diplom-Verkehrsbetriebswirt (FH), seit 1989 in verschiedenen Verkehrsunternehmen und seit 1996 bei der VGF im Bereich Kundendienst und Vertrieb für Projekte, EDV-Koordination und Grundsatzangelegenheiten tätig.
Robert Jakob, Diplom-Betriebswirt (FH), seit 1994 verantwortlich für Marketingaufgaben bei der VGF; u.a. Kampagnenentwicklung, Internet, Events, Kooperationen und Sponsoring.
www.vgf-ffm.de


