Pressemitteilung: Frankfurt, den 31. März 2005
Rund 30 der 60 Millionen GeldKarte-Chips tragen bereits ein Alterskriterium. Bis 2007 sollen alle GeldKarten über diese Funktion verfügen, die an Verkaufsautomaten und im Internet ausweist, ob ihr Besitzer das erforderliche Mindestalter erreicht hat oder nicht. Der goldene Chip auf den ec- und Kundenkarten der Banken und Sparkassen wird damit zur sichersten und flexibelsten Jugendschutzlösung mit integrierter Bezahlfunktion.
Jugendsichere Zigarettenautomaten
Vorreiter im Bereich Jugendschutz per GeldKarte ist der Tabakwaren-Großhandel. Die Novellierung des Jugendschutzgesetzes aus dem Jahr 2003 verpflichtet die Aufsteller von Zigarettenautomaten ab 1. Januar 2007 alle Zigarettenautomaten für Jugendliche unter 16 Jahren unzugänglich zu machen. Als Lösung entschied sich die Branche für den Chip auf der Bank- und Kontokarte. Alle Zigarettenautomaten werden nun mit der entsprechenden Lesevorrichtung für die GeldKarte versehen. Nur wer die Karte in das Lesegerät des Automaten einführt, wird ab 2007 einen Kaufvorgang auslösen können.
Die derzeit noch rund 700.000 Zigarettenautomaten in Deutschland werden damit ab 2007 jugendsichere Tabakwaren-Abgabestelle. Schon jetzt verfügen nach Angaben des Bundesverbands Deutscher Tabakwaren-Großhändler und Automatenaufsteller (BDTA) bereits 230.000 Zigarettenautomaten über GeldKarte-Bezahlmöglichkeiten, allerdings noch ohne die Software für die Erkennung des Alterskriteriums. Die Kosten der Branche für die technischen Jugendschutzvorrichtungen am Zigarettenautomaten liegen bei rund 300 Millionen Euro. Peter Lind, Hauptgeschäftsführer des BDTA: "Es war uns wichtig, eine wirklich sichere Lösung zu finden. Dies ist uns mit der GeldKarte gelungen. Nun setzen wir darauf, dass alle Kreditinstitute mitziehen und bis Ende 2006 auch allen Kunden Kontokarten mit Chip und Alterskriterium zur Verfügung stellen." Während dies bei den Sparkassen und Genossenschaftsbanken bereits nahezu flächendeckend der Fall ist, halten sich einige Privatbanken noch zurück, den Chip mit dem Altersmerkmal als Service für ihre Kunden bereit zu stellen.
Die Entscheidung für die GeldKarte als kombiniertes Bezahl- und Jugendschutzmedium wurde von mehreren Studien namhafter Unternehmen, unter anderem von Roland Berger und dem TÜV, bestätigt. Volker Koppe ist Marketingleiter GeldKarte bei der EURO Kartensysteme GmbH, die im Auftrag des Zentralen Kreditausschusses der Kreditwirtschaft (ZKA) die Verbreitung der GeldKarte unterstützt: "Das Umdenken in diesen Häusern hat bereits begonnen, die HypoVereinsbank hat im Dezember 2004 den Anfang gemacht. Wir gehen davon aus, dass die deutschen ec- und Kundenkarten bis spätestens 2007 nahezu vollständig mit dem Chip ausgestattet sein werden. Dies macht die GeldKarte zum meistverbreiteten, einfachsten und sichersten Jugendschutzmedium am Automaten und im Internet."
Sauber surfen per GeldKarte
Auch die Internet-Branche hat ihre Chance erkannt und die GeldKarte als Jugendschutzlösung für Online-Medien weiter entwickelt, denn dieses System können Anbieter von kostenpflichtigen Inhalten sowohl zur Altersverifikation als auch als Zahlungsmittel einsetzen. Inzwischen ist die GeldKarte eines der wenigen Verfahren, die von der Kommission für Jugendmedienschutz der Landesmedienanstalten (KJM) offiziell als Jugendschutzlösung anerkannt werden. Denn Jugend gefährdende Angebote wie "einfache Pornographie", dürfen laut Jugendmedienschutz-Staatsvertrag vom April 2003 nur noch in so genannten geschlossenen Benutzergruppen angeboten werden, deren Zutritt streng kontrolliert wird.
Die Vorteile der GeldKarte liegen dabei vor allem in der Anonymität des Nutzers. Denn im Gegensatz zur Abwicklung beim Post-Ident-Verfahren, bei dem er sich vor Nutzung eines Erwachsenen-Angebotes persönlich von einem Postmitarbeiter identifizieren lassen muss, trägt er den Schlüssel zur Altersverifikation hier bereits im Portemonnaie: Vor dem ersten Einsatz der GeldKarte ist dagegen keine gesonderte Vier-Augen-Kontrolle erforderlich, da diese bereits bei der Kontoeröffnung im Kreditinstitut erfolgt ist. Einzige Voraussetzung ist ein Chipkartenleser: Viele moderne PCs verfügen bereits ab Werk über einen eingebauten Leser, andernfalls können Internet-Nutzer diese im Elektronik-Fachhandel als separates Gerät erwerben.


