Presse-Information: Frankfurt, den 19. Oktober 2006
Im Rahmen einer groß angelegten Befragung deutscher Banken und Sparkassen hat die EURO Kartensysteme ermittelt, dass 92 Prozent der Kreditinstitute ihre ec- und Kundenkarten flächendeckend mit dem GeldKarte-Chip ausgeben. 87 Prozent der ausgegebenen Karten tragen dabei bereits das Jugendschutzmerkmal, das ab 1.1.2007 für den Zigarettenkauf notwendig ist. Auch chipbasiertes Onlinebanking gehört zum Standard, die digitale Signatur steckt dagegen noch in den Kinderschuhen.
Um verlässliche Informationen über die Karteninfrastruktur im Markt zu erhalten, führte EURO Kartensysteme im Sommer 2006 eine schriftliche Befragung von insgesamt 1.867 Banken und Sparkassen im gesamten Bundesgebiet durch. Fast die Hälfte (916) der angeschriebenen Institute beantwortete den Fragebogen vollständig. Das Ergebnis attestiert dem goldenen Chip eine weite Verbreitung, denn über 90 Prozent aller Kreditinstitute geben Chipkarten an alle Kunden aus. Lediglich sechs Prozent versorgen nur bestimmte Kundengruppen mit dem multifunktionalen Chip oder versehen die Karte erst auf Kundenwunsch damit.
Der Chip gewinnt im Alltag immer mehr an Bedeutung, nicht nur als Trägermedium für die elektronische Geldbörse GeldKarte, sondern auch als Jugendschutzinstrument: Ab dem 1.1.2007 muss bundesweit jeder Zigarettenautomat prüfen, ob der Käufer bereits 16 Jahre ist. Dies geschieht über ein im GeldKarte-Chip gespeichertes Altersmerkmal, das laut Umfrage von 87 Prozent der Institute ausgegeben wird. Auch im Internet kommt diese Funktion zum Einsatz: Über 130.000 Websites mit Erwachseneninhalten und neue Video-on-demand-Angebote setzen auf diese bequeme Methode, den strengen gesetzlichen Anforderungen zu genügen.
Bei den Sparkassen und Genossenschaftsbanken werden mit über 90 Prozent der Institute fast flächendeckend Chipkarten ausgegeben, auch im Privatbankensektor geben bereits mehr als zwei Drittel der Institute Karten mit Chip aus – mit steigender Tendenz. Das Jugendschutzmerkmal ist auf knapp 90 Prozent der ausgegebenen Karten von Sparkassen und Genossenschaftsbanken aufgebracht, bei den Privatbanken ist das Altersmerkmal auf über der Hälfte der ausgegebenen Karten gespeichert.
Auch das Aufladen der GeldKarte ist mittlerweile fast so einfach, wie an Bargeld zu kommen. Am Geldautomaten ist es bei 85 Prozent der befragten Institute möglich. Ein Sonderfall bleibt die Aufladung sogenannter kontoungebundener GeldKarten: das sind Karten, die nicht an das Girokonto des Karteninhabers gebunden sind. Die Aufladung ist nur bei ca. einem Viertel der Sparkassen und bei fünf Prozent der Genossenschaftsbanken möglich.
Sicheres Onlinebanking über HBCI und Chipkartenleser im Kommen
Ein weiterer Fragenkomplex beschäftigte sich mit dem Online-Banking. Dies wird standardmäßig von fast allen Banken angeboten. Die nach Expertenmeinung sicherste Form des Online-Bankings, das HBCI-Verfahren mit Chipkarte, wird noch nicht von allen Instituten angeboten. Fast 80 Prozent der befragten Institute geben jedoch an, ihren Kunden auch dieses Verfahren zu ermöglichen. Die Kunden von 90 Prozent der befragten Sparkassen, über drei Viertel der Genossenschaftsbanken und knapp einem Drittel der Privatbanken können sich so auf Wunsch effektiv vor Internetkriminalität schützen.
Eine weitere Funktion, die auf dem Chip hinterlegt werden kann, ist die digitale Signatur, mit der zum Beispiel Verträge oder Rechnungen im Internet rechtsgültig unterzeichnet werden können. Im Gegensatz zur elektronischen Geldbörse und dem sicheren Homebanking steht die digitale Signatur noch am Anfang. Knapp über ein Zehntel der befragten Institute geben an, spezielle Signatur-Karten auszugeben. Insgesamt knapp ein Fünftel der Institute nutzen hierfür die bestehenden ec-Karten mit dem GeldKarte-Chip. 23 Prozent der Institute bieten die digitale Signatur nicht an, planen dies aber für die Zukunft.
Über die GeldKarte
Die GeldKarte ist eine "Geldbörse" in Chipform, die von der deutschen Kreditwirtschaft gemeinschaftlich getragen wird. Der Chip kann am Geldautomaten oder an speziellen Ladeterminals mit bis zu 200 Euro aufgeladen werden. Die GeldKarte dient damit vorrangig als Kleingeldersatz. Bezahlt werden kann unter anderem an Parkscheinautomaten, im Öffentlichen Personennahverkehr, an Zigarettenautomaten und im ausgewählten Einzelhandel. Die GeldKarte-Funktion erhält der Kunde i. d. R. mit der ec- oder Kundenkarte seiner Bank bzw. Sparkasse. Derzeit sind in Deutschland über 64 Millionen GeldKarten (70 Prozent aller ec- und Kundenkarten) im Umlauf, die an ca. 600.000 Akzeptanzstellen zum Einsatz kommen. Der Karteninhaber bleibt bei sämtlichen Bezahlvorgängen anonym. Für den Akzeptanzpartner ist die Zahlung per GeldKarte garantiert und damit gleichbedeutend mit einer Barzahlung. Über Zusatzfunktionen des Chips wie den Jugendschutz am Zigarettenautomaten und im Internet, den Elektronischen Fahrschein, die Verwaltung von Bonuspunkten oder die Digitale Signatur wird die GeldKarte ihre führende Position als Bezahlsystem für Kleinbeträge in der physischen Welt sowie im Internet in den kommenden Jahren weiter ausbauen. (Stand: August 2006)
Über EURO Kartensysteme
Als Gemeinschaftsunternehmen der deutschen Kreditwirtschaft übernimmt die EURO Kartensysteme GmbH Aufgaben im gemeinsamen Interesse der deutschen Banken und Sparkassen im Bereich des kartengestützten Zahlungsverkehrs. Die EURO Kartensysteme GmbH konzentriert sich dabei insbesondere auf zentrale Aufgaben und Serviceleistungen, wie z.B. die MasterCard-Lizenzverwaltung, die Entwicklung von operationalen Sicherheitsstandards, Methoden der Missbrauchsbekämpfung sowie das Marketing für die GeldKarte und den Chip. (Stand: August 2006)
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Presse-Information vom 19. Oktober 2006
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